Nicht selten stolpert man (als einer, der hier und da in Kunstforen unterwegs ist und konsequenterweise das ein oder andere Bildchen veröffentlicht hat) bei einem zögerlichen Blick in die Weiten des “Junk”- oder “Unbekannt”-Ordners über Mails, die einem in regelmäßigen Abständen die Eintrittskarte ins große Kunstgeschäft versprechen. Inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, mindestens ein- bis zweimal im Monat mit unglaublichen Optionen im Hinblick auf meinen “Wert” als Künstler (als welchen ich mich selbst eigentlich nicht sehe) behelligt zu werden. Da gibt es hier unglaubliche, internationale Wettbewerbe (veranstaltet von Galerien) zu welchen man als potentieller Teilnehmer “geladen” wird und dort neue Kunstportale, deren Betreiber mich rein uneigennützig als höchst geeignetes, zukünftiges Mitglied lobpreisen. Der zweite Blick auf den Inhalt solcher Mails aus der Rige interessierter Nachwuchsförderer des Kunstbetriebs ist manchmal verwirrend. Da soll man 50 oder manchmal 500 Euro löhnen, um dann wirklich an jenem Wettbewerb teilzunehmen oder man erfährt, dass man für eine kleine Aufwandsentschädigung von x Euronen in das “Who’s Who in Visual Art” aufgenommen werde (welches man dann sogar zum Vorzugspreis selbst erwerben kann). Oft erzeugt das dann beiläufig den Eindruck, dass solche bebilderten Bände dann nichts anderes wären, als die Werbefläche in einer regionalen Tageszeitung, die eben auch für den Betrag x anmietbar wäre und im Gegensatz zu den eben genannten Angeboten aber eine klare Reichweite versprechen. Wieso also nicht gleich dort ein Bild einstellen, frage ich mich. Diese erfolgsversprechenden Praktiken erinnern mich irgendwie dann manches Mal doch auch an das tolle Web 2.0. Denn da versuchen die Betreiber schließlich auch Geld mit der Aktivität oder den Inhalten anderer zu machen. Naja, mit Unterschied - die meisten Angebote dort sind noch oder schon umsonst, wobei man einer von 300 000 und nicht 500 Usern ist. Aber was soll’s. Ich schließe die Mails gewöhnlicherweise mit der Gewissheit, wieder nicht über Nacht zum internationalen Newcomer in Sachen Visual Arts zu werden und bin zufrieden, auch nicht darüber nachdenken zu müssen, wie ich für dieses Unterfangen die nötigen Investitionen (finanzieller Art) aufbringen könnte.


 
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