UNICEF - Bild des Jahres 2007
Der Artikel ist von: teriell in Gesellschaft, Veranstaltungen, Fotoserien
Das UNICEF - Bild des Jahres 2007 ist von Stephanie Sinclair (USA).
Es zeigt eindrücklich das 11 Jahre alte Mädchen Ghulam neben ihrem Bräutigam, der 40 Jahre alt ist. Das Bild transportiert eine ferne Realität in unsere wohlig vorweihnachtlichen Wohnzimmer und erzählt von einem Kindesalltag zwischen Zwangsheirat und Einsamkeit. Einem Alltag, den rund 60 Millionen junge Frauen und Mädchen vor allem in Südasien den ihren nennen müssen. In einem Pressetext der UNICEF Website heisst es:
Das UNICEF-Foto des Jahres 2007 ist Teil einer Fotoserie über Kinderheiraten, die Stephanie Sinclair zwischen 2005 und 2007 in Afghanistan, Nepal und Äthiopien fotografiert hat. Während eines Aufenthaltes in Afghanistan fiel der 34-jährigen freien Fotografin immer wieder auf, dass sehr viele junge Mädchen mit wesentlich älteren Männern verheiratet waren. Sie beschloss, mit Bildern auf das Thema aufmerksam zu machen. Nach Schätzungen von UNICEF wird rund die Hälfte aller afghanischen Frauen noch vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Heirat wird in Afghanistan wie in weiten Teilen Südasiens und im südlichen Afrika oft als wirtschaftliche Transaktion angesehen, die nichts mit persönlichen Wünschen zu tun hat. Die Braut ist dabei das Handelsgut - je jünger sie ist, desto höher ist der Brautpreis. „Was fühlst du heute?“ fragte Stephanie Sinclair das Mädchen Ghulam am Tag ihrer Verlobung. “Nichts“, sagte das Mädchen etwas verwirrt. “Ich kenne diesen Mann nicht - was sollte ich fühlen?“
Den zweiten Platz belegte G.M.B. Akash mit einem Foto, welches von der Kinderarbeit in Bangladesch erzählt. Auf den dritten Platz wählte die Jury ein Bild von Hartmut Schwarzbach. Es zeigt ein phillipinisches Mädchen, dass auf einer Müllhalde den neunten Geburtstag feiert.
Das Foto von Wolfram Hahn (siehe links) fand ich persönlich ebenfalls sehr gut. Der Fotograf hat deutsche Kinder im Alter zwischen drei und zwölf Jahren beim Fernsehgucken abgelichtet und so einen Blick auf die leeren, starrenden Gesichter geworfen. Das medienkritische Bild ist meiner Meinung nach das Resultat eines klugen Konzeptes und es führt uns vor Augen, wie Kinder der westlichen Welt unfrei einem medialen Konsum zugeführt werden.
Alle relevanten Bilder und Informationen lassen sich auf der Website zum Wettbewerb einsehen. Hier der Link: http://www.unicef.de/5075.html












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