NaNeNo 23. April 2008

Meldung 1)

Welttag des Buches LogoHeute ist der Welttag des Buches,

deutschlandweit feiern Buchhandlungen, Verlage, Bibliotheken und Schulen am UNESCO-Welttag des Buches ein großes Lesefest. Auf Lesungen, Bücherparties, bei literarischen Schnitzeljagden oder Märchenstunden teilen leidenschaftliche Leser ihre Begeisterung für Bücher.

[Quelle: welttag-des-buches.de]

Auf der Internetseite zum Welttag des Buches lassen sich in einem Veranstaltungskalender die Events in den verschiedenen Orten nachschlagen.

 

Bildquelle: welttag-des-buches.de, Copyright: Börsenverein des Deutschen Buchhandels

Weitere Informationen unter: http://www.welttag-des-buches.de/


Meldung 2)

China hat durch den oft betonten wirtschaftlichen Aufschwung und zuletzt durch die Aktionen in Tibet insbesondere in den letzten Wochen einen festen Platz im Agenda-Setting der medialen Berichterstattung in diesem Land. Gestern habe ich mal grob die Headlines des Spiegel Online daraufhin durchforstet. Etwa 11 von 72 Headlines (durch alle Themenkategorien auf der Startseite, mit zwei Doppeleinträgen der Headlines) hatten gestern mit China zu tun. Es wird also viel berichtet, oft jedoch auch leider undifferenziert, so meine ich. Zudem ist leider zu vermuten, dass die gerade noch bestehende Aufmerksamkeit, die durch den Tibetkonflikt und den Zusammenhang zu den Olympischen Spielen besteht, bald (vielleicht nach den Spielen) abebbt und man wieder zum Alltagsgeschäft zurückkehrt. Dies steht zu vermuten, da Tibet auch zuvor trotz Besetzung und Menschenrechtsverletzungen keinen wesentlichen Platz im Agenda-Setting einnahm.

Heute möchte ich auf einen Artikel verweisen, der auf die Verbindungen zwischen dem Regime in China und den Interessen multinationaler Konzerne eingeht. Der Autor, Jochen Gottwald, wirft einen Blick auf vereinzelte Hintergründe für die miserablen Arbeits- und (Über-) Lebensbedingungen chinesischer Arbeiter und vor allem auch auf die Rolle europäischer und amerikanischer Konzerne in diesem Gefüge. Hierfür bringt er zudem gute Beispiele, wie dieses hier:

0,2 € bekommt der durchschnittliche Baumwollbauer in Burkina Faso für 1 Kilo Rohbaumwolle, 0,48 € kostet sie nach dem Entkernen. 0,76 € zahlt der Händler in Lomé für das Kilo spinnfertiger Baumwolle, das er nach China exportieren lässt und dort von der Spinnerei durchschnittlich 0,84 € erhält. Hieraus kann Garn für etwa 2,5 T-Shirts gesponnen werden, die der Markenhersteller in Europa oder Amerika dann durchschnittlich für 0,95 € netto das Stück in den Händen hält. (Der Konsument, der sich hier in Deutschland dieses Markenshirt dann kauft, zahlt um die 20 €, das ursprüngliche Kilo Baumwolle ist nun also 50 € wert. Nur soviel zu den Gewinnmarchen der Markenhersteller.) [Quelle: China Watchblog]

In einem Spiegel Online - Artikel mit dem Titel “Deutsche Wirtschaft fürchtet verstimmte Chinesen” wurde gestern dem entgegen “lediglich” die Sicht Deutscher Unternehmen betont, in dem es hieß:

Deutsche Unternehmer in China fürchten, dass die politischen Diskussionen über die Tibet-Unruhen und einen möglichen Olympiaboykott ihre Geschäfte beeinträchtigen könnten. Das gaben 30 Prozent der Teilnehmer einer internen Umfrage an, wie der Vorsitzende der Deutschen Handelskammer in Peking, Richard Hausmann, heute mitteilte. 220 Unternehmer nahmen an der Onlinebefragung teil. [Quelle: Spiegel Online]

Ich finde, es sollte in diesen Tagen nicht alleine die Frage gestellt werden, ob denn die Olympischen Spiele boykottiert werden sollen, sondern vor allem auch die Frage, ob die wirtschaftliche Absicht multinationaler Konzerne schwerer wiegen darf als der moralisch-ethische Grundkonsens in der Bevölkerung westlicher Gesellschaften. Um sich diesen Fragen zuwenden zu können, bedarf es auch zwingend verschiedener Darstellungen und Positionen in der medialen Berichterstattung. Aus diesem Grunde sei der Artikel von Jochen Gottwald an dieser Stelle wärmstens empfohlen.

Gefunden via: China-Watchblog


Meldung 3)

Ein Artikel, der auch vielleicht im Verbund mit der zweiten Meldung zu lesen ist (siehe oben), kommt von der Zeit Online. Der Artikel fasst jüngste Zahlen des Leipziger Instituts für Marktforschung zusammen, denen zu entnehmen ist, dass der Glaube der Deutschen an die Demokratie und an die soziale Marktwirtschaft drastisch zurückgegangen sind.

Nachzulesen bei: Zeit Online


Meldung 4)

Und warum glauben eigentlich so viele der Deutschen nicht mehr an die Demokratie?

Vielleicht auch ein wenig wegen Entwicklungen, wie sie hier beschrieben werden. Es geht dabei grundsätzlich um den “Entwurf eines Gesetzes zur Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus durch das Bundeskriminalamt” [nach dem Stand vom 16.April]. Der komplette Entwurf ist hier nachzulesen.


 
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