Kunstportalranking - Zwischenstand
Der Artikel ist von: Teriell in Medienspiegel, Bitwelten, Medien, KunstAm 24.04. wurde hier eine kleine Umfrage gestartet, die auf die Bewertung von Kunstportalen oder Künstlercommunities abzielte. Nachzulesen ist der Artikel hier. Derweil haben der Polygonist (siehe Vorstellung der Autoren) und ich uns zudem Gedanken gemacht, ob es vielleicht hilfreich wäre, einen Katalog von Funktionalitäten und Features aufzustellen, auf dessen Grundlage objektiv die Leistungsfähigkeit und Qualität einer (bzw. vieler) Kunstportale zu bewerten wäre. Wir kamen zu dem Schluss, das ein solcher Katalog bzw. eine solche Übersicht für insbesondere weniger netz-affine Künstler sehr hilfreich wäre, um eine geeignete Plattform für die eigenen Zwecke zu finden. Dieser Katalog ist noch in Arbeit, wird aber vermutlich bald hier mit den ersten Ergebnissen vorgestellt werden. So, stay tuned…
Doch nun geht’s erst einmal um einen Zwischenstand des Rankings. Vorab muss ich dazu sagen, dass die Beteiligung nicht extrem hoch war, was jedoch auch zu erwarten war. TeriellBlog ist ein kleines Projekt und hat dementsprechend keine gigantische Reichweite. Zudem war die Umfrage in erster Linie an Künstler gerichtet, die einen Account auf solchen Portalen besitzen, was die Anzahl potentieller Teilnehmer an der Umfrage weiter einschränkt. Immerhin haben bislang 17 Personen an der Umfrage teilgenommen und einige auch Kommentare verfasst.
Vorne liegt derweil Artbreak.com mit 6 Stimmen. Knapp dahinter liegt Artmesh.org mit 4 Stimmen. Den dritte Platz teilen sich Kunstnet.de mit sonstigen (also der Summe aller nicht einzeln aufgelisteten) Portalen.
Zudem ließen sich einige Bewertungskriterien den Kommentaren entnehmen, die sich auf folgende Punkte beziehen:
- Bedienung (Sortierfunktionen von Kunstwerken und Kontakten/Künstlern)
- Internationalität / Uberregionalität
- hohe durchschnittliche Qualität der bereits verfügbaren Kunstwerke
- Grundfeatures sowie Look&Feel (Interfacedesign) sollten zeitgemäß sein
- Uploadfeatures (Datentypen, Datengröße, Limitierung)
- Verwaltung eigener Favoriten (also hinsichtlich der Arbeiten anderer)
- Hürden für die Anmeldung (”Einladungssystem” wie z.B. bei artmesh)
- Orientierungshilfen, Suchfunktionen etc., falls sehr viele Nutzer existieren
- Die Dynamik/Lebendigkeit der Community - Features für Kommunikation, Bewertungssysteme etc.
- Vermarktungs- / Verkaufsmöglichkeiten (–> sind auch Kuratoren, Galeristen etc. Nutzer?)
- Einschränkung der “Troll“-Aktivitäten, Einschränkung der Trolle allgemein
Es gibt also durchaus den kritischen Nutzer, der mit einer Erwartungshaltung an ein Angebot, in diesem Falle ein Kunstportal, herantritt. Wenn man zudem bedenkt, dass ein (potentieller) Künstler eine der Top-Zielgruppen im Sinne von User-generated Content ist und dieser eben viel Interesse daran hat, einer (potentiellen) Öffentlichkeit seine Werke zu präsentieren, kann man als Betreiber eines Kunstportals eigentlich gar sooo nicht viel falsch machen. Ich habe schon mehr als einmal erlebt, dass eine Open-Source-Lösung für ein Kunstforum schnell etwas modifiziert wird, dann gesagt wird: “Hier, ihr Künstler - meldet Euch kostenlos an, macht Werbung in eigener Sache …” und dann wird natürlich oft noch etwas Werbung vom Betreiber platziert. Content muss der Betreiber demnach oft nicht selbst erstellen, Kosten entstehen neben dem Hosting oftmals kaum (wie gesagt, falls eine Open-Source-Lösung benutzt wurde) und man wartet also einfach auf User und später auf Werbeeinnahmen (bzw. auch auf Verkaufsprovisionen, was wohl in den meisten Fällen aber nicht funktioniert).
Die wirklichen Leistungen des Betreibers eines Kunstportals sind also neben dem Hosting und der Administration vor allem in der Wohldurchdachtheit und Funktionalität (sowie der optischen Präsentation und der Bedienbarkeit) des Portals selbst zu sehen. Zudem ist es wünschenswert, wenn der Betreiber selbst über Kontakte in den Kunstmarkt verfügt und eine hohe Qualität in internationalem Rahmen anvisiert wird. Denn ein 0815-Portal wird kaum Galeristen, Kuratoren oder potentielle Käufer ansprechen. Doch wie ließe sich all dieses überhaupt von außen beurteilen? Zum einen könnten Betreiber Mediadaten und z.B. Verkaufszahlen (also: wieviele Kunstwerke wurden über diese Plattform schon verkauft?) zugänglich machen und über eventuelle Kooperationen informieren. Zum anderen würde ein möglichst objektives Ranking bei der Beurteilung helfen. Diese Beurteilungsmöglichkeiten von außen sind dabei mehr als legitim, wenn man davon ausgeht, dass der Betreiber seinen Erfolg nur durch die Arbeiten der Künstler erreichen kann.
So, dieses Thema wird auf jeden Fall weiter verfolgt. Hier noch einmal die Umfrage (die jedoch kein aussagekräftiges Ranking darstellen soll) - über weitere Beteiligung würden wir uns natürlich sehr freuen. Vielen Dank noch einmal an jene, die bereits mitgemacht haben.












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