Blogroll Studie 2008Im Februar diesen Jahres verwies ich auf die Blogroll - Studie 2008. Die Studie fand im Rahmen des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Forschungsprojektes “Netzwerkkommunikation im Internet” an der Universität Trier statt und hatte zum Ziel grundlegende kommunikative Muster der selbstorganisierten Wissensproduktion und -distribution in kollaborativen Online-Kommunikationen zu erforschen. Freundlicherweise wies mich Sebastian Erlhofer (ein Autor der Studie) darauf hin, dass die Ergebnisse der Studie inzwischen vorliegen. Auf der Website zur Blogroll - Studie sind einige Ergebnisse zusammengefasst. Zudem kann man sich die Ergebnisse in einer ausführlichen Version als PDF ansehen.

Einige zentrale Befunde der Studie von S.Erlhofer und H.-J. Bucher sind:

  • An der Umfrage nahmen 910 Personen teil. Nach einer Datenbereinigung standen Antworten von 590 Webloggern, die eine Blogroll auf ihrem (Haupt-)Blog führen (Blogroller), und 117 Weblogger, die keine Blogroll auf ihrem (Haupt-)Blog führen (Nicht-Blogroller) zur Auswertung zur Verfügung.
  • Blogrolls werden meist „by chance“ aktualisiert, wenn sich das eigene Leseverhalten verändert oder neue, interessante Weblogs gefunden werden. Es gibt keine festen Aktualisierungs-Zyklen.
  • Blogrolls spiegeln das Leseverhalten des Bloggers dar, das aber nicht zwingend das aktuelle Leseverhalten sein muss.
  • Im Vergleich zu der empfundenen Wichtigkeit relativ zu anderen Blog-Elementen schneidet die Blogroll mäßig ab. Führend sind das Posting, die Kommentarfunktion sowie der RSS/ATOM-Feed. Die Blogroll kann danach gleichauf mit der Tagging-Funktion und der Trackback-Funktion gesetzt werden. Die Tag-Cloud wurde als am wenigsten wichtig angesehen.
  • Die Teilnehmer führen mit 61 Prozent überwiegend nur ein Weblog. Mehr als drei Weblogs gleichzeitig zu führen gilt als Ausnahme.
  • Die Anzahl der Blogroll-Einträge wird von der Hälfte der Blogroller auf einen Wert zwischen sechs und 15 beziffert. Interessant ist der relativ hohe Prozentwert (22 Prozent) von Bloggern, die mehr als 20 Blogroll-Einträge besitzen.
  • Ziel von Blogroll-Einträgen sind vornehmlich andere Weblogs. Dabei konnte bei Betrachtung der gesamten Stichprobe kein einheitliches Bild festgestellt werden, worauf die Einträge jeweils verweisen. Der Anteil der „virtuellen“ Bekanntschaften über Blogs und Kommentare direkt ist aber vergleichsweise höher als bei „realen“ persönlichen Kontakten. Hier werden sich detailliertere Analysen, die die Blogtypen berücksichtigen, anschließen.
  • Die Sortierung der Blogroll-Einträge verläuft in 60 Prozent der Fälle alphabetisch. Weitaus seltener ist eine chronologische oder thematische Sortierung oder Gliederung. Hier müssen die Daten aus einer Inhaltsanalyse der betreffenden Blogrolls den Aussagen der Blogger gegenübergestellt werden.
  • Blogroller schätzen die Relevanz der Blogroll als tendenziell wichtiger ein als Nicht-Blogroller. Die Relevanz ist auch als Entscheidungsgrund gegen eine Blogroll bei den Nicht-Blogrollern zu identifizieren.
  • Einen eindeutigen Zusammenhang zwischen dem Alter des Blogs und der Nutzung einer Blogroll lässt sich nicht nachweisen.

[Quelle: www.netzwerke-im-internet.de/blogroll-umfrage-2008/]


 
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