Was tun, wenn die News-Fatigue umgeht?
Der Artikel ist von: Teriell in Gesellschaft, Wissenschaft, Medienwissenschaften, News, Medien“News-Fatigue”, so lautet ein neues Schlagwort, welches von der Nachrichtenagentur AP (Associated Press) ins Spiel gebracht wurde. Diese “Nachrichten-Müdigkeit” sei insbesondere bei jungen Menschen (bis ca. 34) zu beobachten und ist natürlich auch im Zusammenhang mit dem Überangebot an Informationen unterschiedlichster Qualität zu verstehen.
Die Forscher vom ethnografisch orientierten US-Marktforschungsinstitut Context-Based Research Group beobachten darin die Konditionierung einer Pawlowschen Verknüpfung […]: Wer habituell Nachrichten suche, sich wiederholt auf den aktuellsten Stand zu bringen versuche und dabei nur frustriert werde, verbinde irgendwann das Erlebnis “Nachricht” mit Frustration. Das Resultat: News Fatigue - Nachrichtenmüdigkeit.
[Quelle: Spiegel Online]
Die AP, welche sich mitunter wie folgt charakterisiert:
The Associated Press is the backbone of the world’s information system serving thousands of daily newspaper, radio, television and online customers with coverage in all media and news in all formats. It is the largest and oldest news organization in the world, serving as a source of news, photos, graphics, audio and video.
[Quelle: AP.org]
… hat selbstverständlich wenig Interesse an diesem neuen Schreckgespenst - der News-Fatigue. Im Gegenteil. Was kann eine Nachrichtenagentur tun, wenn die Menschen plötzlich zu müde sind, um ihre Produkte zu konsumieren? Man überlegt sich etwas Pfiffiges: ein neues News- Konzept, welches es hoffentlich vermag, den müden Leser bei Laune zu halten …
AP hat vor diesem Hintergrund ein neues Modell entwickelt, das so genannte „1-2-3 filing“. Gestartet wird mit einer aufschlussreichen Schlagzeile, im zweiten Schritt folgt eine kurze aktuelle Nachricht, die im WebTV und Rundfunk genutzt werden kann. Und zuletzt folgen Details und Hintergründe in unterschiedlichen Formaten, die für auf die jeweiligen Plattformen zugeschnitten sind. Erste Erfahrungen, die man mit diesem Modell beim Telegraph in London gemacht hat, sind nach eigenen Angaben sehr positiv gewesen. Man habe einen großen Sprung bei den Nutzerzahlen der Zeitungs-Website beobachtet.
[Quelle: ecin.de/blog/]
Sicher ist die Hinterfragung von Aufbereitung all möglicher Information nicht gerade falsch, ebenso wenig die Berücksichtigung von Hintergrundinformationen. Aber die Informationsflut selbst wird hierdurch wohl wenig beeinflusst. Und gerade hierin ist doch die eigentliche Ursache für das Entstehen von “Übersättigung” bzw. Müdigkeit zu sehen. Klar ist aber auch, dass die Zeiten in denen es drei öffentliche Sender, Zeitung und Radio gab, vorbei sind. Um in dieser Zeit als Konsument von Informationen jeglicher Art nicht überlastet und müde zu werden, ist es ferner notwendig “Konsum” zu lernen. Dass jedoch solche Vorschläge nicht von einer Nachrichtenagentur kommen, verwundert wenig…
Zum Thema: Der Bericht zur Studie “A New Model for News - Studying the Deep Structure of Young-Adult News Consumption” als PDF.












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November 13th, 2008 um 15:34
[…] Andere Foren beschränken sich auf den bereits erwähten Begriff “Fatigue”. Auch die neue Form der Darstellung würde wenig helfen die Müdigkeit zu beleben und die Reizflut zu mindern. Die Hinterfragung sei nicht falsch, aber die Flut bleibe gleich. Dies wird dort als Ursache der Müdigkeit gesehen. Fazit dort, nicht die Art, sondern die Menge der Nachrichtenübermittlung macht es. […]