ELBART 2008 - Ein Insiderbericht
Der Artikel ist von: Polygonist in Gesellschaft, Veranstaltungen, Künstler, KunstAlljährlich findet seit nunmehr 16 Jahren im alten Hamburger Elbtunnel, einige Meter tief unterhalb der Elbe, die Elbart statt. Dieses Jahr gaben sich 56 Künstler aus allen Teilen des Landes sowie des europäischen Umlandes ein kleines familiäres Stelldichein. Die Problematik für die Initiatoren vom Cult e.V. stellt sich jedes Jahr bei der Bewerbungssichtung auf ein Neues. Größere Installationen, Plastiken und auch Werke, die auf irgendeine Weise mit Strom versorgt werden müssen können meist nicht berücksichtigt werden. Es gibt keinen Strom (außer an den Tunnelzugängen im Norden und Süden) und von der einen zur anderen Seite sind es vielleicht gerade mal 4 Meter, so dass keine Werke allzu weit in das Ganginnere ragen dürfen.
Für Künstler die Fotos oder Druckgrafiken aufkaschiert präsentieren wollen ist zu bedenken, dass es in solchen “Räumlichkeiten erheblich kalt bzw. nass an den Wänden sowie in der Luft werden kann. Blasenbildung auf den Oberflächen sowie deren komplettes Verziehen sind also vorprogrammiert. Ich weiß von Fotokünstlern die nach der Elbart ihr dort ausgestelltes Equipment wegwerfen konnten.
Die Veranstalter sorgen jährlich für eine ausgewogene Mischung zwischen Fotokunst, Digitalkunst, traditioneller Malerei Illustration und auch Design. Aus meiner subjektiven Sicht sind hervorzuheben Knut Plambeck’s kuriose Bootsshow, Renate Jungs kraftvolle großformatige Arbeiten, Rasmus Hirthe mit seinen auf Pfeffersäcken gemalten Bildern, Detlef Kleins strenger Blick auf unsere Machtgesellschaft, Richard Wistrachs durchgeknallte Hühnershow aus dem Proyäkt Magdaläna, sowie Darko Caramello’s obskurs, makabre Comicbilder.
Diese Jahr hatte die Elbart mit dem Umstand zu kämpfen, dass zeitgleich die Europameisterschaft begonnen hatte, was man aber dann doch nicht unbedingt am Publikumsaufkommen am Samstagabend ablesen konnte. Wie immer gut gefüllt und dicht an dicht schoben sich die eher spontan zusammengewürfelten Massen durch den Tunnel. Samstag ist eher Partypeople-Kiezpublikum anwesend, woher am Sonntag dann Tourie-Familyday zu sein scheint. Die gefühlte Kaufkraft scheint auch von daher eher am Sonntag zu existieren als nun am “Spontysamstagabend”
Von daher war dann auch rechtzeitig vor Beginn des Anpfiffes Deutschland - Polen die Veranstaltung beendet, so dass jeder ob Künstler oder Besucher schnell wieder in den “Balla-Balla Alltag” zurückkehren konnte. Bis zum nächsten Jahr ruht also die Kunst erst einmal wieder in der altehrwürdigen Röhre und der Verkehr kann wieder in beide Richtungen fließen.















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