NaNeNo vom 11. Juni 2008

Meldung 1) Das Internet der Dinge - und Tiere

Pferde nun onlineLaut golem.de müssen Pferde jetzt mit RFID-Chips “gemoddet” werden. Diese vielleicht für den ein oder anderen sonderbar klingende Entscheidung traf die EU-Kommission und soll dafür sorgen, dass die Tiere ein Leben lang identifizierbar sind. Neu ist das Ganze eigentlich nicht, denn auch schon andere Tiere, wie etwa Katzen und Frettchen, müssen registriert sein, insofern sie mit ins Ausland genommen werden (noch reicht ein Tattoo aus, ab 2011 muss allerdings der Chip her).

Der Funkchip soll jedem Mitglied der sogenannten Equiden-Familie innerhalb eines halben Jahres nach der Geburt in den Hals implantiert werden. Anhand dieses Chips, dessen Kennnummer in einer Datenbank erfasst wird, sowie eines Passes soll ein Tier lebenslang identifizierbar sein, unabhängig vom Namen, den sein Besitzer ihm gibt. Die Verordnung tritt am 1. Juli 2009 in Kraft. Zu den Equiden zählen Pferde, Esel, Zebras und Kreuzungen wie Maultiere.

[Quelle: golem]

Na klar ist das Ganze schwachsinnig, nicht zuletzt weil der eigentliche Datenaustausch wohl noch nicht geregelt sei, aber über Kleinigkeiten (wie z.B. auch Sinn und Zweck) kann man hinweg sehen - es gilt wie immer: Man mache, was machbar ist! oder: Yes - we can! ;)

Gefunden via: golem.de


Meldung 2) Studie zur Verwendung von Studienbeiträgen in NRW

Der NRW-Wissenschaftsminister Pinkwart (FDP) hat jüngst eine Studie in Auftrag gegeben, mit welcher er Ressentiments gegenüber den Studiengebühren abbauen möchte. Die Studie “Die Verwendung von Studienbeiträgen an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen” (hier verfügbar als PDF) wurde von dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft und dem Deutschen Studentenwerk durchgeführt und zielt sehr konkret auf Informationen über die Verwendung der Gelder ab, sehr konkret nicht (!) auf Punkte wie etwa Sozialverträglichkeit oder die Folgen für Studenten aus finanziell schwächer gestellten Familien etc. Insofern kann man diese Studie leider auch nur als eine wenig aufschlussreiche und dafür politische Werbemaßnahme betrachten, da der Nutzen nicht wirklich im Bezug zu anderen Folgen abgewogen wird. In einem ersten Fazit heißt es zu Beginn:

Die Mittel aus Studiengebühren dienen der Verbesserung der Qualität der Lehre und
der Studienbedingungen. Sie könnten noch zielgerichteter Wirkung entfalten, wenn
die Hochschulen der Erhebung und Verwendung grundsätzlich eine systematische,
strategische Bedarfsanalyse zugrunde legten.
Eine missbräuchliche Verwendung der Studienbeiträge konnte nicht festgestellt werden.
Bislang werden die Möglichkeiten zur Profilbildung und zum Wettbewerb durch die
Hochschulen nur unzureichend ausgeschöpft. Eine durchgängige Kundenorientierung
seitens der Hochschulen muss sich noch weiter entwickeln.

Zuvor heißt es auch:

Die Hochschulen führen dafür „Anfangsschwierigkeiten in der Anlaufphase der Erhebung
von Studienbeiträgen“ an. Anders als in anderen Bundesländern nahm in Nordrhein-
Westfalen keine Hochschule Überschüsse bei den Studienbeiträgen zum Anlass,
die Höhe der Studienbeiträge zu senken.

[Quelle: Studie “Die Verwendung von Studienbeiträgen an Hochschulen in Nordrhein-Westfalen”]

Die taz hat sich ebenfalls zu den Ergebnissen der Studie geäußert und stellt mitunter das Folgende fest:

Tatsächlich ist die Datenbasis der Studie dünn: Zwar antworteten Vertreter von 28 der 29 angeschriebenen Hochschulverwaltungen. Die Meinung der Studierenden selbst dagegen war kaum gefragt. Von studentischer Seite verzeichnet die Studie 161 Rückläufe von Studierendenvertretern, also Fachschaftsmitgliedern, Fakultätsräten, Senatoren. In Nordrhein-Westfalens sind aber satte 461.000 StudentInnen eingeschrieben.

Auch das studentische Aktionsbündnis gegen Studiengebühren klagt, dass die Untersuchung alles andere als repräsentativ ist. “Selbst wenn landesweit 161 Fachschaften gehört wurden - allein meine Uni in Köln hat über 100″, klagt etwa Patrick Schnepper, Koordinator des Landes-Asten-Treffens NRW. Die Ergebnisse der Studie deckten sich nicht mit den Erfahrungen der Masse der Studierenden. Die sehen, dass Gebühren zum Neubau von Hörsälen statt zur Verbesserung der Lehre genutzt würden, kritisiert etwa die grüne Landtagsabgeordnete Ruth Seidl.

Selbst die wenigen befragten studentischen Vertreter sparen nicht mit Kritik. Ein Drittel gibt an, die Studiengebühren würden “zur Kompensation reduzierter öffentlicher Mittel” genutzt. Über 15 Prozent sprechen von Zweckentfremdung. Und über 12 Prozent können wegen Intransparenz schlicht nicht sagen, wohin das Geld der Studierenden geht. Im Jahr 2007 nahmen die Unis über 250 Millionen Euro aus den Unigebühren ein.

Selbst einige Hochschulen räumen ein, dass sie mit Hilfe der Studiengebühren finanzielle Engpässe ausgleichen. “Auf der einen Seite haben die Hochschulen weniger Geld - auf der anderen bekommen sie Studiengebühren”, warnte der Vorsitzende der Landesrektorenkonferenz, Volker Ronge, Ende 2007. “Klar, dass da was kompensiert wird.”

[Quelle: taz]

Ich erinnere mich in diesem Kontext noch gut daran, als ich “unseren” Herrn Rüttgers (der zu ähnlichem auf seiner Website einlud, um volksnah zu erscheinen) einen Brief geschrieben habe, in dem ich ihn um eine Stellungnahme zu den konkreten Lösungsansätzen im Hinblick auf die Finanzierungsmöglichkeiten und -Modalitäten aufseiten der Studenten nach Einführen der Allgemeinen Studiengebühren bat (mein Brief beinhaltete jedoch noch weitere Fragen). Dieses war in einer Zeit, in der noch fleißig demonstriert wurde, aber im Grunde schon alle Entscheidungen gefallen waren. Und gerade in dieser Zeit kamen nur sehr schwammige Antworten - im Sinne: “…wird schon…” - von einem Rüttgers-Vertreter zurück. Und eine Aussage in diesem Stil soll wohl auch die Studie dem Herrn Pinkwart ermöglichen, eine Aussage á la: “Wird schon…”. Doch vielleicht wäre ein wenig Kritikfähigkeit und ein umfassenderer Blick nicht unbedingt schlecht.

Gefunden via: NachDenkSeiten

 


Meldung 3) Starwars

Ein Artikel auf ZNet von Laray Polk (übersetzt von Andrea Noll) gibt einen kurzen Überblick zu den US-amerikanischen Plänen eines “Raketenschutzschildes”, welche vertraglich mit den Regierungen Polens und der Tschechischen Republik abgeschlossen werden soll.

Am 21. Mai stimmte die tschechische Regierung den Radarplänen zu. Das Grundsatzpapier muss jedoch noch vom Parlament ratifiziert und von Präsident Vaclav Klaus unterzeichnet werden. Das Vertragswerk zwischen den USA und Tschechien soll im Juli unterschrieben werden.

[Quelle: ZNet]

Im April ergab eine Umfrage, dass zwei Drittel der Tschechen gegen die Pläne der USA sind. Die Starwars-Pläne sehen eine Radaranlage südwestlich von Prag vor. Inzwischen gab es einige Demonstrationen und Hungerstreiks. Jan Tamas und Jan Bednar, zwei der tschechischen Demonstranten, befanden sich in wochenlangem Hungerstreik.

Tamas und Bednar operieren öffentlich - mitten im Zentrum Prags. Täglich kommen Besucher, E-mails treffen ein. Eine Online-Petition erbrachte 107 554 Unterschriften, aus aller Welt. Bednar und Tamas werden ihren Hungerstreik einstellen, sobald vier einfache Forderungen erfüllt werden.

  1. Die Verhandlungen mit den USA über eine Radarbasis sollen für 1 Jahr ausgesetzt werden.
  2. Die EU soll eine offizielle Stellungnahme zum geplanten Raketenschild abgeben.
  3. Das tschechische Parlament soll sich mit dem Thema befassen.
  4. Eine TV-Debatte über die Radarbasis soll organisiert werden. Vier Unterstützer und vier Gegner der Basis sollen miteinander diskutieren können.

[Quelle: ZNet]

Inzwischen hat die tschechische Armee als Reaktion auf die anhaltenden Proteste Stacheldraht um das Gelände der zukünftigen Radaranlage gezogen.

Für künftige Demonstranten solle es “sehr schwierig” werden, den mehrere Kilometer langen Schutzzaun zu überwinden. Zuletzt hatte die Polizei am Montagnachmittag Aktivisten von dem Areal abgeführt. Zuvor war es bereits mehrfach zu Demonstrationen gegen die für Tschechien vorgesehene Radaranlage gekommen.

[Quelle: derStandard.at]

Das Imperium schlägt wieder zu

 

 


Meldung 4) Zwei Bücher zum kostenlosen Download

Beim netzjournalist habe ich die folgenden Verweise gefunden:

  1. PDF: Wer macht die Medien?
  2. PDF: Wem gehört das Internet?

Es handelt sich hierbei um zwei kostenlose eBooks, zu den Themen:

  1. Gabriele Hooffacker (Hg.): Wer macht die Medien? Back to the Roots of Journalism. Online-Journalismus zwischen Bürgerbeteiligung und Professionalisierung
  2. Gabriele Hooffacker (Hg.): Wem gehört das Internet? Dokumentation zum Kongress “20 Jahre Vernetzung”

Gefunden via: netzjournalist

Link zum Thema: journalistenakademie.de


 
Bookmark setzen: These icons link to social bookmarking sites where readers can share and discover new web pages.
  • Digg
  • del.icio.us
  • MisterWong
  • blogmarks
  • Technorati

Ein Kommentar zu “NaNeNo am 11. Juni”

  1. JAY sagt:

    < blockquote >< a href=”http://cheaptabletsonline.com/”>CheapTabletsOnline.Com. Canadian Health&Care.No prescription online pharmacy.Special Internet Prices.Best quality drugs. No prescription drugs. Buy drugs online< /a >…

    Buy:Viagra.Cialis Soft Tabs.Viagra Soft Tabs.Tramadol.Levitra.Viagra Super Force.Propecia.Zithromax.VPXL.Super Active ED Pack.Cialis.Cialis Super Active+.Cialis Professional.Maxaman.Viagra Super Active+.Soma.Viagra Professional….

Erstelle einen Kommentar

*
Aus Sicherheitsgruenden ist es notwendig, dass Du das folgende Wort richtig eingibst.
Anti-Spam Image