NaNeNo am 17. Juli
Der Artikel ist von: Teriell in NaNeNo, Gesellschaft, Medienpolitik, News, Bitwelten, Medien
NaNeNo vom 17. Juli 2008
Auf De:Bug wurden sie veröffentlicht, von netzpolitik stammen sie:
10 Forderungen für eine zeitgemäße Netzpolitik.
Die Forderungen sind (ich habe hier lediglich die Schlagworte aufgegriffen, empfehle aber jedem noch einmal genauer nachzulesen) :
1. Transparenz
2. Recht auf Zugang
3. Freie und anonyme Kommunikation
4. Chancengleichheit
5. Bürgerwissen statt Staatswissen
6. Öffentlich-Rechtliche ins Netz
7. Öffentlich-Rechtlich neu denken
8. Open Source fördern
9. Staatliche Infrastrukturen befreien
10. Urheberrecht reformieren
Weiter heißt es in dem De:Bug - Artikel:
Die zehn Forderungen wurden von der Site netzpolitik.org aufgestellt. Die Site ist eine politische Plattform für Freiheit und Offenheit im digitalen Zeitalter und wird von Markus Beckedahl betrieben. Netzpolitik.org wurde duch zahlreiche Auszeichnungen gewürdigt, beispielsweise von Reporter ohne Grenzen “bestes Weblog für Meinungsfreiheit”. Vorrausetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der Forderungen sind zunächst Politiker mit Medienkompetenz und -Praxis. Nur so können Gesetze entstehen, die einer freien, offenen und nachhaltigen digitalen Gesellschaft gerecht werden.
Gefunden via: netzpolitik.org
Meldung 2) Europäisches Datenschutzgütesiegel wurde an ixquick vergeben
In Zeiten des Datamining, der individualisierten Werbung und der Bundestrojaner werden nun auch Auszeichnungen oder vielmehr Qualitätssiegel verteilt, wenn das IP-Loggen einmal gezügelter ausfällt als gewohnt. Heise meldet …
Die Internetsuchmaschine ixquick.com ist heute in Kiel mit dem ersten Europäischen Datenschutzgütesiegel ausgezeichnet worden. Der Europäische Datenschützer Peter Hustinx und Thilo Weichert, Leiter des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein, übergaben heute den Preis im Rahmen der Feier zum 30-jährigen Bestehen des Landesdatenschutzgesetzes Schleswig-Holstein.
Mit dem neuen “Europan Privacy Seal” (EuroPriSe) werden IT-Produkte und IT-basierte Dienste ausgezeichnet, die besonders verantwortlich mit personenbezogenen Daten der Internetnutzer umgehen. Das Projekt unter Leitung des Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein wird von der EU-Kommission mit 1,2 Millionen Euro gefördert. Hustinx betonte, dass das Gütesiegel künftig ein wichtiges Instrument sein wird, um den Grundrechtsschutz in einer komplexer werdenden Informationsgesellschaft zu gewährleisten.
Ixquick sei eine internationale Suchmaschine mit einer branchenweit führenden Datenschutzstrategie, hieß es. Es sei die erste Suchmaschine, die personenbezogene Daten der Nutzer – einschließlich der IP-Adressen – nach 48 Stunden löscht. Ixquick wird von dem niederländischen Unternehmen Surfboard Holding B.V. betrieben.
[Quelle: Heise.de]
Ralf Bendrath von Netzpolitik gibt an dieser Stelle zu Bedenken …
Warum eine Suchmaschine überhaupt standardmäßig alle IP-Nummern loggen muss, ist mir nicht klar und wird offensichtlich auch nicht erläutert - zumindest scheinen die Gutachten zur Siegelvergabe nicht öffentlich zu sein.
Die Lobhudelei “Es sei die erste Suchmaschine…” ist darüber hinaus falsch. Die deutsche Meta-Suchmaschine Metager z.B. speichert gar keine IP-Nummern, und Scroogle sagt den Nutzern schon seit einer Weile direkt auf der Startseite, dass alle Logs nach 48 Stunden gelöscht werden.
[Quelle: netzpolitik.org]
Ich glaube,welche Suchmaschine die erste war, ist im Bezug auf Datenschutzstrategien ziemlich nebensächlich. Die größere Frage ist, welches Potential eine Suchmaschine hat, um (unter Beachtung des Datenschutzes!) auch auf dem Markt zu bestehen und eventuell eine Alternative zu Google werden könnte. Hier erinnere ich gerne an das europäische Projekt Quaero (hier noch ein Wikipedia-Eintrag zu Quaero) bzw. an das Theseus-Forschungsprogramm. Suchmaschinen sind schließlich nicht allein nette Helferlein durch den digitalen Alltag, sondern vor allem auch eines: Akteure in einem klar dominierten Markt. Eine “gute” Alternative, die keiner nutzt, bringt im Sinne des Datenschutzes dann doch recht wenig. Insofern könnte ich mir durchaus vorstellen, dass eine Auszeichnung neben einer Zertifizierungs-ähnlichen Geste auch Politik ist - und damit auch strategisch motiviert.
Gefunden via: netzpolitik.org und Heise.de
Zum Thema: Infos zum Europ. Datenschutzgütesiegel
Meldung 3) Akademiker - Import
In Deutschland wurden die Hürden für ein Akademiker-Dasein ja bekanntlich nach oben geschraubt (Allgemeine Studiengebühren), die Bildung (und die Vereinbarung von Familie und Akademikerlaufbahn) lange Zeit nur in Wahlkampfzeiten nicht vernachlässigt und es resultierte ein Mangel an Fachkräften und Akademikern, den vor allem die Wirtschaft beklagt. Was macht man also, damit der Schornstein qualmt? Genau: Akademiker importieren.
Diese gängige und eingeübte Praxis verrät uns aus aktuellem Anlass der Zeit-Artikel hier. Dort heißt es:
Lange Zeit wurden Ausländer, die in Deutschland leben wollten, weil sie sich hier einen besseren Verdienst und einen höheren Lebensstandard versprachen, als Wirtschaftsflüchtlinge gebrandmarkt. Ihr Motiv galt als anrüchig. Seit dem Ende des Anwerbestopps 1976 erlaubte Deutschland höchstens noch eine Zuwanderung aus humanitären Gründen.
In gewisser Weise soll sich das nun ändern. Denn mit dem “Aktionsprogramm Arbeitsmigration”, das das Kabinett am Mittwoch beschloss, wirbt die Bundesregierung vor allem um solche Menschen, die aus wirtschaftlichen Gründen nach Deutschland kommen wollen und sollen. Allerdings: Die neue Offenheit hat ihre Grenzen. Erwünscht sind nämlich nur Akademiker.
Seit Langem klagt die deutsche Wirtschaft über einen bevorstehenden bzw. bereits spürbaren Fachkräftemangel. Die Rede ist von 400.000 Fachkräften, die bereits heute fehlten. Eine Lücke, die das Land 20 Milliarden Euro im Jahr koste. […]
[Quelle: Zeit.de]
Gefördert (im Sinne des: “Ja klar, herzlich Willkommen”) werden wie schon so oft also vornehmlich privilegierte Menschen. Eine kurzfristige Reaktion auf das Versäumnis nachhaltiger Maßnahmen Bildung als zentrale Aufgabe wahrzunehmen. Ich frage mich zudem, ob nun Kriegsflüchtlinge zukünftig auch Abitur haben müssen, um aufgenommen zu werden? Naja, ein Urteil möge sich jeder selbst bilden.
Meldung 4) Virtuelle Frösche
Jetzt sind sie endlich da: virtuelle Frösche!
Wie Chip vermeldet, sind die Zeiten endlich vorbei, in denen man an echten Fröschen rumschnibbeln musste, um zu wissen, wie so ein Tier eigentlich funktioniert. Die Software “Virtual Frog” macht’s möglich.
Gefunden via: Chip












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